Webbrowser

Nachdem Sie nun erfolgreich die Verbindung ins Internet aufgebaut haben, können Sie die verschiedensten Dienste (WWW, FTP, News...) nutzen. Jeder dieser Dienste, wobei WWW sicher der populärste ist, kann mit einem eigenständigen Programm genutzt werden. Einige Programme können auch mehrere dieser Dienste abfragen, aber auf alle Fälle haben Sie mit Debian GNU/Linux für jeden Dienst die Auswahl zwischen verschiedenen Programmen.

Netscape Communicator

Der Communicator der Firma Netscape ist für verschiedene Betriebssysteme verfügbar und auch in einer Linux-Version auf den Debian GNU/Linux Servern oder den CD-ROMs zu bekommen. Wie der Name „Communicator“ schon nahelegt, handelt es sich um ein Programm, welches verschiedene Funktionen ausführen kann und somit mehrere Internetdienste nutzbar macht. Ältere Versionen trugen den Namen „Navigator“ und stellten lediglich die Möglichkeit Webseiten anzuzeigen zur Verfügung. Funktionen wie Mail und News kamen erst später (mit dem Communicator) hinzu.

Die Pakete wurden für Debian GNU/Linux vom Betreuer des Paketes in kleine Teile getrennt, so daß man auch nur die Teile des Communicators installieren kann, die man benötigt. Weiterhin können Sie ohne Probleme verschiedene Versionen gleichzeitig installieren, momentan sind die Versionen 4.08, 4.61 und 4.7 auf den Debian GNU/Linux-Servern zu beziehen.

Netscape Communicator

Installieren Sie die gewünschten Pakete wie gewohnt mit apt, dpkg oder dselect. Sie benötigen in jedem Fall die Pakete *-base-*, *-smotif-* (oder *-dmotif-*, wenn Sie über eine kommerzielle Motif-Version verfügen) sowie *-java-*. Die Pakete *-nethelp-* und *-spellchk-* sind nicht unbedingt erforderlich.

Mozilla

Mozilla basiert auf den freigegebenen Quellcodes des Netscape Communicators 4.0. Die Firma Netscape hatte von anderen Firmen Software lizensiert und in den Communicator integriert, daher konnte nicht der gesamte Quellcode freigegeben werden. Mittlerweile wurden aber viele der wesentlichen Teile neu geschrieben und auch die anderen Teile des Quellcodes weiterentwickelt. Mozilla hat einen recht brauchbaren Stand erreicht, wird aber natürlich ständig weiterentwickelt.

Mozilla

lynx

lynx ist ein Webbrowser, der über keinerlei grafische Benutzerschnittstelle oder die Möglichkeit Grafiken anzuzeigen, verfügt. lynx ist auf Systemen ohne X-Window-System lauffähig und läuft komplett textbasiert auf der Linux-Konsole. lynx ist in der Lage, Tabellen darzustellen, Frames können ebenfalls (sehr eingeschränkt) benutzt werden. Auf älteren Systemen (386- oder m68k-Systeme) ist lynx oft der einzige Browser, der verwendbar ist.

Aber auch auf leistungsstarken Systemen hat lynx viele Freunde gefunden, die Ladezeiten von Webseiten sind ohne Grafiken um einiges schneller, und wer auf der Suche nach reinen Informationen ist, benötigt keine Bilder. Wenn Sie eigene Webseiten erstellen, achten Sie darauf, daß diese auch mit lynx vernünftig dargestellt werden können. Verzichten Sie wenn möglich auf Frames und setzen Sie Tabellen sparsam ein.

lynx

Starten Sie lynx auf der Kommandozeile, Sie können als Option gleich dahinter die gewünschte URL angeben. In den untersten beiden Zeilen werden Ihnen die wichtigsten Tastaturbelegungen angezeigt. Sie können mit den Cursortasten RAUF und RUNTER durch den Text der Seite navigieren. Links erscheinen in einer anderen Farbe, Sie können diese mit der Taste PFEIL-RECHTS oder RETURN auswählen und mit der Taste LINKS kommen Sie wieder zur vorhergehenden Seite. Wenn Sie lynx in einem X-Terminal ausführen, können Sie die Links auch ganz normal wie bei einem grafischen Browser mit der Maus auswählen. Um diese Funktion auf der Konsole nutzen zu können, müssen Sie das Paket gpm installiert haben.

Weitere wichtige Tastaturkürzel sind:

Wenn lynx die Webseiten nicht farbig darstellt, kontrollieren Sie die Einstellungen Ihrer Terminalemulation. Einfache Emulationen, wie zum Beispiel vt100, sind nicht in der Lage, Texte farbig darzustellen. Wählen Sie eine Emulation wie zum Beispiel linux (die Standardeinstellung der Konsolen), xterm-color oder xterm-debian, diese sind in der Lage, Texte farbig darzustellen.

Weiterhin können Sie die farbige Ausgabe mit der Option -color auf der Kommandozeile erzwingen.

Mehrsprachige Webseiten

Webmaster, die großen Wert auf eine möglichst umfassende Leserschaft ihrer Webseiten legen, haben die Möglichkeit, ihre Webseiten in verschiedenen Sprachen abzulegen. Vielfach werden dann Links zu diesen Seiten benutzt, die Startseite ist im allgemeinen in Englisch gehalten.

Mittlerweile benutzen aber auch einige Webmaster die sogenannte content negotiation auf ihren Seiten. Mit dieser kann der Benutzer seine bevorzugte Sprache einstellen und bekommt die Webseiten dann in der ausgewählten Sprache angezeigt, wenn diese Sprache verfügbar ist.

Je nach verwendetem Browser unterscheiden sich die Einstellungen, die Sie vornehmen müssen.

Wenn Sie den textbasierten Browser lynx benutzen, tragen Sie in der Datei .lynxrc (in Ihrem Home-Verzeichnis) die Variable preferred_language=de ein, beziehungsweise ändern diese auf den gewünschten Wert.

Sie können dies auch über die Taste o (der Buchstabe) ändern.

Wenn eine Seite nicht in deutscher Sprache verfügbar ist, können Sie mit der Zeile: preferred_language=de; q=1.0, en; q=0.7, fr; q=0.3 Englisch (en) als zweite und Französisch (fr) als dritte Sprache einstellen.

Wenn Sie den Netscape Communicator (ab Version 4.0) benutzen, wählen Sie aus dem Menü „Edit“ den Punkt „Preferences“, und klicken Sie auf „Navigator“ - „Languages“ - „Add“. Wählen Sie dort die weitere gewünschte Sprache aus und klicken Sie auf „OK“.

Sie können jetzt einmal den Erfolg auf den Webseiten des Debian-Projektes unter http://www.debian.org testen. Wenn alles geklappt hat, sollten Sie die Seiten nun in der von Ihnen gewählten Sprache sehen.